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Teil 2: Schweres Meerwasser

Das Tote Meer liegt 428 Meter unterhalb des Meeresspiegels, wie er z.B. in den Weltmeeren herrscht. Wasser aus dem Jordan fließt hinein, kann aber nicht mehr herausfließen sondern nur verdunsten. Zurück bleibt das Salz, das dem Toten Meer erstaunliche Eigenschaften verleiht…

Das Wasser im Toten Meer enthält extrem viel Salz: etwa die Hälfte bildet Magnesiumchlorid, knapp ein Drittel Natriumchlorid (Kochsalz), der Rest ist hauptsächlich Calciumchlorid und Kaliumchlorid. Das Salz im Wasser führt zu einer außergewöhnlich großen Dichte. Und die wollte ich gerne selber messen. Daher nahm ich einfach eine Flasche voll Meerwasser in meinem Reisegepäck mit nach Hause.
Jeder, dem ich die Flasche zeigte, musste einmal probieren. Selbst wenn man nur den Finger befeuchtet und ein kleines bisschen daran leckt, merkt man, wie ekelig es schmeckt. Man muss es mal probiert haben!
Die Dichtemessung selbst ist einfach: Die Flasche auf die Waage stellen, das Flaschengewicht abziehen, das Volumen der Flüssigkeit bestimmen und die Dichte ρ berechnen:

ρ_Salzwasser=m_Salzwasser/V_Salzwasser =1804g/(1,45 l)=1,24   g/cm^3

In der Literatur findet man einen mittlere Dichte von (tataaa!) **** 1,24 g/cm^3 ***
Ich selbst habe das Wasser nahezu von der Wasseroberfläche entnommen. Weiter unten ist die Dichte noch größer, daher ist meine Messung nur eine Momentaufnahme.
Die Schichtung verschiedener Dichten kann man wortwörtlich sehen. Mehr dazu in Teil 3.
Ich wollte gerne das Wasser aus dem Salzwasser verdunsten lassen und war gespannt, wie lange es dauert, bis nur noch Salz übrig bleibt.

Nachdem die Vase mehrere Monate auf der Fensterbank stand und das Wasser ständig, aber sehr langsam weniger wurde, fuhren wir in den Herbsturlaub. Als wir zurückkamen war die Vase leer. Was war passiert???
Meine liebe Schwiegermutter war zwischendurch in der Wohnung und dachte sich: Oh, die Blumenvase mit dem leicht schmuddeligen Wasser könnte man mal auskippen. Arrrrg! Nachdem ich Sie über Ihre Zerstörung meines Langzeit-Experimentes aufgeklärt hatte, musste sie zugeben, dass sie sich ein wenig gewundert hatte, warum das Wasser immer noch klar war und keinen Grünschimmer oder Algenwuchs aufwies.
Offensichtlich war das ein Beweis für die Lebensfeindlichkeit des Wassers.
Aber mit der Schwiegermutter konnte ja keiner rechnen...

---> Hier geht's weiter zum dritten Teil.







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